Das Bild ist illustriert. Ein quengliger Stein mit Gesicht ist in der Mitte des Bildes. Seine Haare sind aus Moos. Der Hintergrund ist eine Flusslandschaft. Rechts am Ufer steckt eine Schweizer Flagge. Die zeigt dass der Blogartikel auf Schweizerdeutsch geschrieben ist. Das Bild ist KI-generiert.

Dr muff Stei

Susanne Neuenschwander

Äs isch auso scho äs Zitli här, woni ar Aare nache bi ga spaziere. Äs fasziniert mi jedesmau ufs Neue wiä das Wasser derhär chunnt, aus obs nüt angers gäb uf dere Wäut, i eire Säubstverständlichkeit, mau minger, mau me. Diä het scho mänge Mönsch verschlückt und scho viu Lüt mit ihrne Böötli bespasst. Mänge Hung het sis Stäckli drususe gfischet u viu Familiene hei Zit mit Plöischle u Brätle am Ufer vom Wasser verbracht. S Wasser isch wies Läbe, mau geits rassig fürschi u mau tröchnets us bis zum Minimum. Mau geits obsi, mau geits niedsi. U dert obe bir Queue, wo das Ganze startet, weiss i o nid genau was passiert, mau schüttets us u mau äbe nid. Das isch und bliebt für mi äs Rätsu und d Weisheit derhinger schiint für mi undurchsichtig zsi.

Äs gmüetlechs Plätzli

I sueche mir äs schöns Plätzli am Ufer vor Aare, hocke ufene gäbig grosse Stei und beobachte dä Fluss vo Muri här. Wär weiss, vilicht gits ja öppis z Lehre hiä. Ufzmau hani unger mir es Grangg aus öb däm Stei öpper hätti s Läbe ighuuchet. „He! Was hocksch so fräch uf mir obe!“, rüefts ziemlich muff. Komplett perplex u verhürschet luegi um mi ume, diä Gägend isch aber mönscheläär. Kes Wunger wenns so troschtlos näblet, äs geit gäge Winter zue u das isch auso nüt Aamäächeligs. Teu säge däm Mystik, für mi isch es eher ä troschtlosi, ungsauzni Suppe. Dere fäut definitiv d Würzi vom Läbe. I bi äs Summerching und i schätze jede Sunnestrau wo mis Härz berüehrt.

Ä rumpusuurige Stei

Äs wätteret es zwöits mau u das ziemli heftig, unger mir fahts afa schüttle. I eim Schuss gumpi uf u luege mir diä Sach vo obe a. Da gugge mir doch tatsächlich zwöi versteinereti Ouge zmitts is Gsicht. “Itz bini äuä komplett im fausche Fium”, hani dänkt. Dä Stei putzt mir so richtig s Mösch und ig weiss nid emau werum. So öppis hani miner Läbtig no nie gseh, äs Steiwäse mit ämene rumpusuurige Gmüet.

Da ig ja äs smarts Meitschi bi u weiss, dass nüt passiert, wo nid söu si, bini grad chli is Sinniere cho, mit dr Erkenntnis, däm sini Luune chönnt grad mini si. Däm dechlets doch o näbugrau überem Boli. Dä bsungrig Stei schiesst no einisch sone richtig bitterböse Blick zu mir übere, weisch eine, aus obs scho sit siebe Täg würd rägne und du Tschuld wärsch derfür. Auso fürs Wätter chani nüt, das macht eh was es wott. Schiinbar hani nä so richtig verruckt gmacht, dass i so eifach mir nichts dir nichts uf sini Schoss bi ghocket. Dä muff Stei git mir scho no z dänke. Äs isch ja bigoscht ke Absicht gsi vo mir, ihn i sim Friede zstöre. I wüsst grad nid was i bosget hätt. Ä Wäberchnächt scheichlet gmüetlich über dä Stei, aber das schiint nä nid zjucke. Vo itz a muess is auso würklich persönlich nä! Fakt isch, dä Stei het mi eifach nid gärn, zwüsche üs gumpe keni fancy Sympathiefunke und flüge scho gar keni bunte Schmätterlinge. Das isch ä Frächheit fingeni. Das achtscheichige Ding, wo ir Wäutgschicht umestouziert u ihm no über d Nase tanzt, lat mä eifach so düre u bi mir duet mä bockig. I muess öppis a mir ha, won ihm gar nid passt.

Steine si immer weise

Da ig ja weiss, das Steine vo Huus us weise si, bini mit mir gröber über d Büecher und tadaa, da isch doch tatsächlich öppis Versteinerets i mim Härz inn fürecho. Das tuet feyechli weh, hani gmerkt, sich vo so schwärem Gschütz z löse. I ha das drunger regurächt müesse wiederbeläbe. Dört hets äuä mau gäbig gräblet gha. Äm muff Stei si Gsichtsusdruck änderet sich schlagartig und äs huscht ihm sogar äs Schmunzle über d Lippe. Äs paar verlorni Sunnestrahle glüüsle füre u das duet mim Härz so richtig guet. Äs warms Gfüeu geit dür mi düre und macht mi bis töif ine glücklich. I verabschiede mi vo däm schmunzelnde Stei u bedanke mi ganz innig bi ihm. I han ihm sogar äs Müntschi uf sini moosbedeckti Steibacke drückt, aber verzeu das de ja niemerem, süsch dänke diä i spinni chli. Itz hautet mi nüt meh uf mis Härzensglück o zläbe. Mittlerwile het sich d Sunne doch no entschiede ihres Lächle vouumfänglich zzeige. Ä Tschupplete Spazierendi loufe guet gluunet mit oder ohni Hüng über diä glichi Naturwiese wien ig. Mir si aui guet gluunet und träge s Glück zmitts im Härz. 

Mini Weisheit a di:

A jede rumpusuurig Mönsch da usse. I versta di u glichwou isch es dis versteinerete Härz i dir, wo dir s Läbe schwär macht. So cha s Glück i dir nid lüüchte. Gloub mer, äs git nüt Grössers, aus s eigete Glück im Härz zträge und das zläbe. So wünsche dir u aune angere ä gsungi Isicht und guets Glinge ufem Wäg.

Nach oben scrollen